Im Ux Magazine wurde vor einigen Tagen ein Artikel “Über die Unmöglichkeit Bloomberg zu erneuern” veröffentlicht. Der Autor Dominique Leca reisst sich hier zu der Äußerung hin, dass es der Traum eines jeden UI Designers wäre, das Bloomberg UI zu redesignen. Diesen Traum scheinen sich 2007 schon mal ein paar Designer erfüllt zu haben. Allerdings scheint Bloomberg kein Interesse an den UI Vorschlägen zu haben, da die Benutzer keine Änderung haben wollten. Dies wird nun so interpretiert, dass die Benutzer stolz darauf sind, dieses komplexe UI zu beherschen und daher gar keine “Vereinfachung” oder “Verschönerung” wollen. Die Beherrschung dieses User Interfaces wird so als fiktives Status Symbol erhobem und daher wird dann die Zufriedenheit und der Widerstand der Benutzer des UIs erklärt.
Es wäre natürlich nun spannend zu sehen, ob es denn wirklich wahr ist, dass ein UI, dass den Vorstellungen von IDEO und Co entspräche, wirklich besser wäre (was immer das nun heisst). Was in den Augen des Einen schmerzhaft ist, da er es nicht versteht, mag in den Augen des Anderen vielleicht sehr hilfreich sein. Zumindest habe ich meinen Zweifel, das ein graphisches UI auch immer besser sein muss und dass iPhone, Google, Facebook und was sonst nich so hip ist nun wirklich als Paradigma für die Lösung jedes Interaktionsproblems herhalten können (das Gleiche gilt dann auch für Excel, in der anderen Richtung). Also schaut mal über Euren (webantrainierten) Tellerrand und lasst Euch mal auf die guten alten Dinge ein — es ist nicht alles eine Web Seite. Und wenn ein UI — wie das Bloomberg Terminal Euch vielleicht etwas altbacken vorkommt, so mag es (vielleicht) doch seine Aufgabe erfüllen — und dies auch noch zur Zufriedenheit der Nutzer (auch wenn es ein bisschen Training braucht) — seid also nicht traurig