Mit Reeder 2.0 Feeds auf dem iPhone lesen

Als alter Net­News­Wire Mac Benut­zer hatte ich natür­lich sehn­süch­tig auf die erste Ver­sion der iPhone Net­News­Wire App gewar­tet. Lei­der war dann die Ent­täu­schung groß. Der Grund für die Ent­täu­schung war die lan­gen War­te­zei­ten beim Laden der News­feeds. Auch die Umstel­lung von den interne Net­News­Wire Ser­vern auch Google brachte keine Bes­se­rung. Ich bin dann irgend­wann direkt auf den Goog­le­Re­a­der im Mobile Safari umge­stie­gen. Der ist zwar hier und da etwas umständ­lich, aber dafür gab es im WLAN und UMTS kaum Wartezeiten.

Ich habe mir dann zwar auch mal die Ree­der 1.0 von Sil­vio Rizzi her­un­ter­ge­la­den, aber obwohl das UI recht anspre­chend war, waren die Lade­zei­ten auch nicht bes­ser. Das hat sich nun mit dem neuen Ree­der 2.0 deut­lich geän­dert. Diese Ver­sion hat Geschwin­dig­keit gewal­tig zuge­nom­men, die Arti­kel sind auch unter UMTS schnell zugreif­bar. Also gibt es end­lich einen News Rea­der der wirk­lich benutz­bar ist.

Und hier ein paar wei­ter Features:

1. Ree­der bie­tet 3 Ansich­ten an, in denen man jeweils wäh­len kann ob mann alles in einem Ord­ner sehen möchte oder per Feed:

  • den Star­red View, bei dem alle “ges­tern­ten” Mel­dun­gen unter ihrem Feed ange­zeigt werden
  • Unread View, dito aber alle ungelesenen
  • Feeds, wobei hier alle Mel­dun­gen der unge­le­se­nen (fett) und gele­se­nen (nor­mal) Feeds ange­zeigt werden

2. Wenn man am Ende einer Mel­dung ange­kom­men ist, kommt man in den nächs­ten Bei­trag, indem man die Mel­dung noch ein Stü­cken wei­ter nach oben schiebt

3. Durch das Wischen mit dem Fin­ger über die Mel­dung nach rechts oder links kann der Sta­tus auf gele­sen oder “ge-sternt” gesetzt werden

4. Dane­ben exis­tie­ren noch einige Export Funk­tio­nen, wie Mail, Deli­cious, Insta­pa­per etc.

Alles in Allem eine gelun­gene App und nun durch die Geschwin­digleits­ver­bes­se­rung end­lich auch benutzbar.

Ich bin schon gespannt auf die iPad Ver­sion, bis dahin hier noch­mal der Link in den App-Store — ich kann nur sagen: kaufen!

Articles” — Wikipedia in schön

Nach­dem ich nun seit eini­ger Zeit Wiki­amo (AppStore-Link) zum Suchen und Lesen der Wiki­pe­dia ver­wen­det habe, könnte ich mich nicht der vie­len posi­tive Kri­tik ent­zie­hen und mußte mir heute dann auch Arti­cles (AppStore-Link) von Sophiesti­ca­tion her­un­ter laden.

Was soll ich sagen? Die Erwar­tun­gen wer­den nicht ent­täuscht. Arti­cles ist eine sehr schön gestal­tet App, die viel Spass macht und dazu reizt in Wiki­pe­dia zu stö­bern. Sehr schon gelöst ist die Anzeige der Wiki­pe­dia Arti­kel “in der Nähe” des aktu­el­len Ortes (hier wäre viel­leicht ganz nett, wenn man in der Kar­ten­dar­stel­lung auch nach einem Ort suchen kann). Schon gemacht ist auch die Funk­tion zum Fest­stel­len der Bild­schirm­ro­ta­tion. Ein sau­be­res UI, aller­dings etwas lang­sam auf meine iPhone 3G. Das wird dann sicher­lich bes­ser auf neue­rer Hard­ware. Viel­leicht kommt ja dann auch eine iPad App, das wäre dann natür­lich spitze.

Ich kann diese App (AppStore-Link) emp­feh­len und bin gespannt was die nächs­ten Updates brin­gen werden.

Auch schon wieder 20 Jahre Adobe Photoshop

Ich kann mich noch an eine der ers­ten Pho­to­shop erin­nern. Sie lief auf den b/w Macs an der Uni und stand ein biß­chen in Schat­ten von MacPaint und Can­vas. Letz­te­res lag 1990 schon in Ver­sion 3 vor­lag und Bit­map und Vek­tor Mani­pu­la­tion erlaubte und war damals mein bevor­zug­tes Pro­gramm um Gra­fi­ken und Folien zu erstel­len (mit Folien meine ich die durch­sich­ti­gen Kunst­stoff Din­ger die auf einen Pro­jek­tor auf­ge­legt wurden).

Die Gebrü­der Knoll star­te­ten die Ent­wick­lung von einem Bit­map Mani­pu­la­ti­ons­pro­gramm schon in 1987. Die erste Pro­gramm­ver­sion nann­ten Gebrü­der Knoll Dis­play und spä­ter ver­trie­ben 200 Kopien in der Ver­sion 0,87  unter dem Namen Image Pro zusam­men mit den Scan­nern der Firma Bar­ney­scan XP. 1988 unter­zeich­ne­ten sie einen Ver­trag mit Adobe. Erst 2 Jahre spä­ter, am 10.2.1990, erschien dann die erste Ver­sion von Adobe Pho­to­shop  exclu­sive für Apple Mac­in­toshs. 1990 kam auch der erste farb­fä­hige Mac her­aus, der Mac II und Pho­to­shop nutze diese Farb­fä­hig­keit dann auch. Die erste Win­dows Ver­sion kam dann im Novem­ber 1992 mit der Ver­sion 2.5 (Brims­tone). Was viel­leicht auch dran lag, dass die Micro­soft Jün­ger grad zu die­sem Zeit­punkt auf­hör­ten über die Mäuse zu läs­tern. Wenn ich das rich­tig sehe, gab es — im Gegen­satz zu Adobe Illus­tra­tor — keine Ver­sion von Adobe Pho­to­shop für den NeXT. Mit den Ver­sio­nen 2.5 und 3.0 wur­den auch IRIX und Sola­ris unter­stützt. Scheint aber dann am Ende sich nicht ren­tiert zu haben, da mit der Ver­sion 4 die Unter­stüt­zung laut Wiki­pe­dia auge­ge­ben wurde. 2008 wurde dann die Public Beta von Adobe Pho­to­shop Express gelauncht. Auch fürs iPhone exis­tiert seit 2009 eine “Ver­sion”.

Im Web­de­si­gner Depot (link) wird die Geschichte von Pho­to­shop auf­ge­ar­bei­tet. Uu.a. auch mit einem Inter­view mit John Knoll.

Auf der Gra­pi­cal User Inter­face Gal­lery fin­det sich auch die His­to­rie in Screens (link)

Nun ist es vollbracht — das iPad

Nach einer wochen­lan­ges Gerüchte– und Mei­nungs­schlacht ist die Katze nun aus dem Sack. Das Teil heisst nicht iSlate oder gar iBook, son­dern ganz ein­fach iPad. Sieht aus wie ein auf­ge­bla­se­nes iPhone und auch das UI geht auch in die Rich­tung. Mit 24,28*18,97 ist es etwas klei­ner als ein DIN A4 Papier und wiegt ohne 3G 680g und mit 730g. Das ist natür­lich sehr hand­hab­bar — also schon was für die Couch.

Die ande­ren Dinge sind schnell zusam­men­ge­fasst. Da wären:

  • 9,7 inch LED back­lit glossy mul­ti­touch (wie­viele Fin­ger?) Dis­play mit 1024*768 pixel bei 132 ppi
  • WiFi (und opti­nal 3G Network)
  • Blue­tooth
  • Assis­tet GPS (als kein GPS Empfänger)
  • 16GB, 32GB oder 64GB Flash Drive
  • 1GHz Apple A4 Prozessor
  • Acce­le­ro­me­ter
  • Ambi­ent Light Sensor
  • Dock Con­nec­tor (VGA, 576p und 480p bzw. 576i und 480i mit ent­spre­chen­den A/V Kabel)
  • 10 Stun­den Batterie
  • Mikro­fon & ein­ge­baute Lautsprecher

Und das war es dann auch schon mit der Hard­ware. Das 3G wird unlo­cked sein, es nutzt die neuen GSM Micro SIMs. Der Daten­ta­rif in den USA mit 14,99 USD bis 250MB bei AT&T sagt natür­lich nichts über die deut­schen Preise aus. Aber vie­leicht gibt es ja am Ende mal Wett­be­werb ;-) .

Nach­dem im Web in den letz­ten Wochen auch eini­ges über das UI spe­ku­liert wurde (bis hin zu der Ver­mu­tung, dass das Ende der Desk­top Meta­pher kommt), hat Apple auf bewähr­tes auf­ge­setzt und das iPhone OS auf­ge­bohrt. Apple wäre nicht Apple, wenn es nicht hier und da ein paar nette Gim­micks gäbe. Eine große OnScreen Tas­ta­tur, mit appli­ka­ti­ons­ab­hän­gi­gen Key­board Lay­outs, her­aus­flie­gende Dra­wer für die Inbox in Mail oder für die Funk­tio­nen in iWork. Adress­buch und Kalen­der wur­den über­ar­bei­ten und prä­sen­tie­ren sich nun als Buch. iTu­nes, Apps­tore und der neue iBook Books­tore prä­sen­tie­ren sich als getrennte Apps. Aber der große UI Wurf ist es nicht (da ist sieht das Kon­zept von 10/GUI schon bes­ser aus)

Die iBook App mit dem ein­ge­bau­ten BookS­tore sieht ganz nett aus. Ob sie hier das Pro­blem des Wech­sel von Por­trait auf Land­scape beim Lesen im Lie­gen gelöst habe und die Screen Ori­en­ta­tion gefixt wer­den kann, wird sich zei­gen. Bücher kau­fen ist recht ein­fach, wann es dann auch in Deutsch­land geht und wel­che Ver­lage hier mit im Boot sein wer­den ist dann wie­der die große Frage. Als For­mat kommt ePub zum Ein­satz, aber es wurde nicht gesagt, ob man auch Bücher aus ande­ren Quel­len laden kann. Was auch nicht erwähnt wurde ist, ob es auch für das iPhone ein BookS­tore geben wird — warum eigent­lich nicht? Und dann feh­len doch auch irgend­wie die tol­len Zeit­schrif­ten — oder läuft es so wie mit der New York Times, die eine eigene App prä­sen­tie­ren durfte.

iPhone Apps lau­fen ent­we­der mit einem schwar­zen Rand oder wer­den in dop­pel­ter Größe. Es wur­den auf der Keynote aller­dings auch schon für da iPad ent­wi­ckelte Apps und Spiele gezeigt. Für das iPhone gekaufte Apps kön­nen ohne Zusatz­kos­ten auch auf dem iPad instal­liert wer­den. Und dann gibt es noch — recht preis­wert — iWorks. Sie wer­den als ein­zelne Apps im AppS­tore für je 10 USD ver­kauft werden.

Und nun?

Man sieht ja nun eine Lücke zwi­schen den Mobile Pho­nes und einem Lap­top (hier natür­lich zwi­schen iPhone und Mac­Book) klaf­fen, die das iPad nun fül­len soll. Kann es dies? Ich weiss nicht! Ich hatte das Ver­gnü­gen einige Tage ein Acer Aspire 1420p zu ver­wen­den (bevor der Mul­ti­Touch Screen kaputt ging und nun liegt es bei Acer und war­tet seit eini­gen Wochen auf Ersatz­teile) und fand es eigent­lich ganz ange­nehm auf der Couch lie­gend den z.B. Google Rea­der zu lesen. Das geht zwar auch mit dem iPhone, aber ein etwas grö­ße­rer Bild­schirm wirkt da doch wun­der. Die Mög­lich­kei­ten die Win­dows 7 für die­sen Touch zur Ver­fü­gung stellt waren auch aus­rei­chend. Aller­dings bin ich mir nicht sicher, ob ich den Acer dann auch als eBook Rea­der z.B. im Bett ver­wen­den würde. Hier ist das iPad mit sei­ner Größe sicher­lich bes­ser geeig­net. Aber recht­fer­tig dass am Ende 499 USD?

Ich denke man muss abwar­ten, wie das iPad nun ange­nom­men wird. Es wird sicher­lich Ein­satz­mög­lich­kei­ten geben. Aber die Frage ist, ob es dann nicht auch ein Mac­Book oder ein Net­Book auch tut. Also schauen wir mal.